Klavierklänge in unserer Kirche
Einweihung des neu erworbenen Flügels in der Petrus-Jakobus-Gemeinde durch Ursula Meschede
Den Begriff Konzertabend wollte Frau Meschede aus Bescheidenheit nicht verwenden, sie nannte ihren Vortrag lieber „Klavierklänge in unserer Kirche“. Die zahlreich gekommenen Zuhörerinnen und Zuhörer konnten jedoch schnell feststellen, dass sie einer pianistisch hochstehenden Darbietung beiwohnen durften, in der Werke aus drei Jahrhunderten erklangen: „Präludien und andere kurze Stücke“ war im Programm zu lesen.
Als Vertreter unseres leider erkrankten Pfarrers begrüßte Wolfgang Jahn alle Anwesenden herzlich. Danach übernahm Dieter Baumann, ein ehemaliger Kollege von Frau Meschede, die Moderation. Mit einfühlsamen, persönlichen Worten und Gedanken führte er durchs Programm und gab kurze Einführungen zu den jeweiligen Stücken.
Den Auftakt machten drei Präludien von Johann Sebastian Bach aus dem „Wohltemperierten Klavier“, gefolgt von Kompositionen aus dem 19.Jahrhundert: fünf Stücke aus den „Kinderszenen“ von Robert Schumann, zwei Préludes und ein Nocturne von Fréderic Chopin und zwei Intermezzi von Johannes Brahms.
Wurde die Wiedergabe der Präludien von Bach noch von der Klarheit und dem strengen Metrum der Barockzeit bestimmt, so entfaltete Ursula Meschede bei den Werken der Romantiker eine äußerst einfühlsame Interpretation, in der sie das richtige Maß zwischen künstlerischer Freiheit und werkgetreuer Darbietung fand.
Nach einer kurzen Pause führte Frau Meschede das Publikum mit dem berühmten und technisch sehr anspruchsvollen Prélude in D-Dur von Sergej Rachmaninoff in den Zwischenbereich von Spätromantik und Impressionismus.
Danach folgten fünf kurze Stücke von Sergej Prokofieff aus seinen „Visions fugitives“ (Flüchtige Erscheinungen). Die wohlbekannten Pfade der Melodik und Harmonik des 19. Jahrhunderts werden in diesen Kompositionen durch neue, oft auch dissonante Klänge ersetzt, was den Zuhörerinnen und Zuhörern aber durch die ausdrucksstarke Interpretation der Pianistin sehr gut nähergebracht wurde.
Ursula Meschede setzte Werke von Claude Debussy an den Schluss ihres Programms, was wohl ihrer persönlichen musikalischen Ausrichtung zu verdanken ist. Sowohl in den impressionistischen Stimmungsbildern der beiden Préludes wie auch in dem wunderbaren „Clair de Lune“ aus der Suite Bergamasque entführte sie in eine Welt voller musikalischer Bilder, aus denen man sich nur schwer losreißen konnte, um wieder in die Wirklichkeit zurückzukehren.
Den langanhaltenden, begeisterten Applaus konnte Frau Meschede nur durch eine Zugabe unterbrechen, für die sie ein weiteres Nocturne von Chopin wählte.
Ein Sektempfang nach dem Konzert, ausgerichtet von Mitgliedern der von Ursula Meschede gegründeten und über Jahre geleiteten Band „Quarter to eight“, rundete das Ganze ab und hinterließ wohl bei allen Gästen den Eindruck, eine würdige und stimmige Einweihung des Instruments erlebt zu haben.
Dieter Penka


